Leadership auf Zeit

Vertragsformen für Interim Manager

Werkvertrag, Auftrag oder befristeter Arbeitsvertrag?

Die Bedeutung der Management-Einsätze auf Zeit nimmt rasant zu. Trotzdem existieren sowohl bei den Unternehmungen wie auch den Interim Managern immer noch viele rechtliche Unsicherheiten. Dies ist kein Wunder, denn die Fragestellungen sind komplex.

Im Kern steht dabei diejenige nach der «besten vertraglichen Basis» zur Regelung eines Interim-Einsatzes. Möglich sind dabei in erster Linie ein Auftragsverhältnis oder ein befristeter Arbeitsvertrag, allenfalls ein Werkvertrag. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie der Vertrag benannt bzw. betitelt wird – vielmehr ergibt sich aus den vereinbarten und tatsächlich gelebten Rechten und Pflichten der Parteien, wie der Vertrag rechtlich einzuordnen ist. Und je nach der rechtlichen Einordnung sind die rechtlichen Konsequenzen (nicht zuletzt auch bezüglich Sozialversicherungen) unterschiedlich.

Beim Werkvertrag schuldet der Unternehmer den «Erfolg», also das Resultat. Er ist – wie sich das Obligationenrecht ausdrückt – zur Herstellung eines Werkes verpflichtet. Dies mag für den Bau eines Hauses oder zur Anfertigung eines individuell bestellten Kunstwerks die sinnvollste Logik sein, doch für die Überbrückung eines personellen Ausfalles oder im Krisenmanagement, ja selbst bei einem Einsatz als Projektleiter, in aller Regel nicht.

Somit bleiben die Optionen «Auftrag» oder «Befristeter Arbeitsvertrag». Bei beiden Vertragsformen ist das pflichtgemässe Tätigwerden, nicht aber der «Erfolg» geschuldet. Naturgemäss definieren sich Interim Manager als freie Unternehmer, die Ihr Knowhow, Ihre Erfahrung und Ihre Arbeitskraft – je für zeitlich limitierte Phasen – verschiedenen Auftraggebern zur Verfügung stellen. Dieses Bild ist zweifellos sehr oft zutreffend, und die passende Vertragsform wäre dann konsequenterweise der Auftrag.

Nehmen wir aber das konkrete Beispiel eines Projektspezialisten, der in eigenem Namen einen «Auftrag» mit folgenden Konditionen angenommen hat:
- Projektmitarbeit, feste Dauer 15 Monate, Pensum 80% = 4 Tage pro Woche
- Entlöhnung zu einem für die ganze Vertragszeit fest vereinbarten Tagessatz
- Rapportierung an den Projektleiter; dieser ist Arbeitnehmer der «Auftraggeberin»
- Die Dienstleistung ist in den Räumlichkeiten der «Auftraggeberin» zu erbringen
Obwohl die unterzeichnete Vereinbarung die Überschrift «Auftrag» trägt, wurde inhaltlich ein befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen: Der Interim Manager ist weisungsgebunden und voll in die Organisation der Unternehmung eingebunden; zudem ist er für eine recht lange Zeit im Wesentlichen für einen einzigen „Auftraggeber“ tätig und er trägt in dieser Phase kein unternehmerisches Risiko.

Bei einer solchen Konstellation kann rasch der Verdacht einer «Scheinselbständigkeit» im Raum stehen, mit allen sowohl für die Unternehmung als auch für den Interim Manager unerfreulichen, in erster Linie sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen.

Die frühzeitige Beratung, Risikominimierung und Chancenoptimierung ist eine der Kernkompetenzen der Anwalts- und Steuerkanzlei Decurtins & Greber in Zürich (www.dglegalandtax.ch). Als offizielle Partnerin des DSIM unterstützt sie Sie gerne bei rechtlichen Fragen rund um das Interim Management, aber auch in allen übrigen Teilbereichen des Wirtschafts- und Steuerrechts. Die Anwälte und Steuerexperten von Decurtins & Greber sind unter 044 533 31 11 oder info@dgelagalandtax.ch erreichbar.

 

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